Das Google-Unternehmensprofil: der schnellste Weg zu lokalen Anfragen
Wer im Oberbergischen einen Handwerker oder eine Praxis sucht, klickt selten auf Platz eins der klassischen Trefferliste. Er klickt auf die Karte. Was dafür im Profil stehen muss.
Eine neue Website bringt in den ersten Wochen selten Anrufe. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil dagegen wirkt oft innerhalb weniger Tage, weil es genau dort erscheint, wo lokal gesucht wird: im Kartenausschnitt über den Suchergebnissen. Für Betriebe mit Einzugsgebiet ist es der günstigste Kanal, den es gibt, und der am häufigsten vernachlässigte.
Das Profil ist kostenlos. Es kostet Zeit, keine Lizenz. Der Aufwand liegt bei einem halben Tag für die Einrichtung und danach bei etwa einer Stunde im Monat.
Was Google aus dem Profil liest
Google entscheidet bei lokalen Anfragen nach drei Größen: Entfernung zum Suchenden, Bekanntheit des Betriebs und Übereinstimmung mit der Suchanfrage. Die Entfernung können Sie nicht beeinflussen. Die anderen beiden schon, und zwar über Angaben, die viele Profile leer lassen.
Die Hauptkategorie. Sie wiegt schwerer als jede andere Angabe. „Webdesigner“ und „Software-Unternehmen“ führen zu völlig unterschiedlichen Anfragen.
Leistungen als einzelne Einträge, nicht als Fließtext. Jede Leistung kann eine eigene Beschreibung bekommen.
Das Einzugsgebiet, wenn Sie zum Kunden fahren. Wer ohne Ladenlokal arbeitet, blendet die Adresse aus und nennt stattdessen die Orte.
Öffnungszeiten inklusive Feiertagen. Ein Profil mit veralteten Zeiten wird schlechter ausgespielt als eins ohne Zeiten.
Fotos vom Betrieb, vom Team und von der Arbeit. Keine Bildagenturmotive.
Die Angaben müssen zur Website passen
Name, Adresse und Telefonnummer sollten zeichengenau mit dem Impressum übereinstimmen. Schreibt das Profil „Str.“ und das Impressum „Straße“, ist das kein Beinbruch, aber jede Abweichung schwächt das Signal. Wer den Betriebsnamen im Profil mit Schlagwörtern auflädt, riskiert dagegen die Sperrung: „Digitalssolutions Webdesign SEO Gummersbach“ verstößt gegen die Richtlinien.
Hilfreich ist eine strukturierte Auszeichnung auf der eigenen Website, die dieselben Daten maschinenlesbar wiederholt. Wir setzen dafür LocalBusiness-Markup ein, mit Anschrift, Koordinaten, Öffnungszeiten und Einzugsgebiet.
Bewertungen: fragen, aber richtig
Bewertungen sind der zweite große Hebel. Entscheidend ist nicht die perfekte Fünf, sondern die Menge, die Aktualität und Ihre Antworten. Ein Profil mit fünfzehn Bewertungen aus den letzten zwölf Monaten und sachlichen Antworten wirkt glaubwürdiger als eines mit vierzig Bewertungen aus 2021.
1Fragen Sie direkt nach Abschluss der Arbeit, persönlich oder per kurzer Nachricht mit Link.
2Sammeln Sie keine Bewertungen auf Vorrat und kaufen Sie keine. Beides fällt auf und kann das Profil kosten.
3Antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die gute. Zwei Sätze genügen.
4Bei Kritik: sachlich bleiben, Lösung anbieten, keine Details zum Auftrag öffentlich machen.
Was Sie monatlich tun sollten
Das Profil ist kein Projekt, sondern eine Pflege. Ein realistischer Rhythmus: einmal im Monat ein Beitrag mit einem abgeschlossenen Auftrag oder einem Hinweis, neue Fotos wenn vorhanden, Öffnungszeiten prüfen, offene Fragen beantworten, Bewertungen beantworten.
Und die Website?
Das Profil ersetzt sie nicht. Es bringt Sie in die Karte, die Website entscheidet danach, ob jemand anruft. Beides arbeitet zusammen: Das Profil braucht eine Zielseite, auf der die Leistung ausführlich steht, und die Website braucht die Signale aus dem Profil, um für Ortssuchen infrage zu kommen.